Lasses Geschichte

Lasse

„Akzeptiere, was ist. Laß gehen, was war. Und hab Vertrauen in das, was kommt!“

Das war der Motivationsspruch, den sich unser Sohn Lasse einen Tag nach der Diagnose „Krebs“ Ende Oktober für sich ausgesucht hat und präsent auf seiner Handyhülle haben wollte!

Lasse ist Eishockeygoalie mit Leib und Seele! Immer ein Ziel vor Augen und eine große Portion Optimismus im Gepäck! Wissen, wofür er den Krebs besiegen will und eine Chance sehen, seinen Lebenstraum einer Profi- Eishockeykarriere nach wie vor zu verwirklichen. Das hat ihn nie am Erfolg beim Kampf gegen den Krebs zweifeln lassen, nachdem die Ärzte gesagt haben, dass alles noch möglich ist. Mehr brauchte er nicht zu hören. Das war Ansporn genug! “Mindset counts, Mama! Das hast du uns immer beigebracht!“, so die Reaktion unseres heute 14-jährigen Lasse.

Lasse war schon immer zielstrebig – und das mit Ehrgeiz und vollem Einsatz! Mit 2 Jahren hatte er Papa auf dem Eis als Eishockeytorwart gesehen und wusste: das will er auch mal machen! Mit 12 hatte er es in den Bayernkader des Eishockeysports als Goalie geschafft und bereits zu einigen internationalen Einsätzen für Bayern.

ChemoImmer ein neues aber realistisches Ziel vor Augen auch während der Chemotherapie gab ihm Kraft. Wenn es auch nicht immer gelang, es zu erreichen, er gab nicht auf und formulierte einfach sein nächstes Etappenziel: 1. Weihnachten zuhause – leider durch die notwendige Verschiebung der Chemotherapie dann doch nicht möglich! Reaktion: Egal, dann feiern wir einfach Weihnachten an einem anderen Tag! Nächstes Ziel anvisiert: Die Chemotherapie bis zu seinem Geburtstag Ende Januar abgeschlossen haben. „Sehr ehrgeizig“, meinten die Ärzten. Aber: Er hat es geschafft! Nicht zuletzt vielleicht auch, weil Mama im Krankenhaus immer an seiner Seite war und ihn mental aufgebaut hat, Papa in der Zeit zuhause nur das beste keimfreie Essen auf den Tisch brachte und der 1,5 Jahre jüngere Bruder sich immer Zeit nahm zum gemeinsamen Zocken, um die Blutwerte nach oben zu kuscheln. Auftanken in der Familie!

Auch die „Eishockeyfamilie“ gab ihm immer wieder einen großen Push auf dem Weg. Anrufe seiner Mannschaft aus dem Teambus auf dem Weg zum Spiel und direkt danach, um mit ihm den Spielsieg telefonisch im Krankenhaus zu feiern, den sie für ihn errungen hatten. Videos der 1. Mannschaft mit Aufmunterung an Weihnachten organisiert von einem, der selbst den Krebs besiegt hat und ihm immer als Unterstützer zur Seite stand. Der regelmäßig Kontakt zu einem Profitorwart, seinem absoluten Idol, organisiert von Menschen aus dem Verein. Jedes Mal wieder ein Strahlen in Lasses Gesicht, egal wie viele Schmerzen er hatte!

Sein größtes Ziel hat er aber nie aus den Augen verloren: Wieder aufs Eis zu dürfen! – Vielleicht doch noch in dieser Saison?….Vielleicht auch mal zwischen den Chemoblöcken mit den Kufen übers Eis kratzen? Schauen, ob es noch geht, ob sein Ziel einer Eishockeykarriere noch in greifbarer Nähe ist? Der Eishockeyverein ermöglicht dem Kaderspieler Lasse in Coronazeit eine eigene Eiszeit – nur er und sein Bruder, ebenfalls Kaderspieler – als Weihnachtsgeschenk! Das Grinsen und die positive Energie hielten wochenlang an und die elterlichen Bedenken mussten hier einfach mal weichen!

Jetzt durfte Lasse Ende Februar wieder aufs Eis – aber dieses Mal: GESUND! Er ist und bleibt ein Kämpfer. Ich ziehe meinen Hut! Immer positiv und ein Ziel vor Augen!
Wir haben so viel von und über unseren Sohn in dieser Zeit gelernt!

Seine stolzen und dankbaren Eltern

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