Kinderkrebs – Weltgedenktag am 15. Februar 2021

Kinderkrebs-WeltgedenktagIn Deutschland überleben dank der guten Versorgung etwa 80 Prozent aller Kinder. In den meisten Ländern unserer Erde sieht es anders aus…

München, 04. Februar 2021. Krebs ist die häufigste tödliche Krankheit bei Kindern und Jugendlichen, auch wenn sie nur 1 Prozent aller Erkrankungen ausmacht. In Deutschland erkranken jährlich etwa 2.000 junge Menschen (0-18 Jahre). Dank der guten Versorgung überleben hierzulande mehr als drei Viertel der Patienten – ganz im Gegensatz zu den meisten anderen Ländern unserer Erde. Weltweit stirbt alle drei Minuten ein Kind an Krebs, da Behandlungszentren, Onkologen, medizinische Geräte und Medikamente fehlen. Unabhängig von der Häufigkeit bedeutet eine Krebserkrankung für jede Familie eine extreme Belastung. Die „Initiative krebskranke Kinder München e.V.“ ist eine von vielen regionalen Hilfsorganisationen in Deutschland, die krebskranke Kinder und ihre Angehörigen unterstützt und zur bestmöglichen Versorgung beiträgt.

Ob ein Kind eine Krebserkrankung überleben kann, hängt davon ab, wo es geboren wird. Während in den reichen Ländern, den sogenannten ‚High Income Countries‘, die gerade mal zehn Prozent ausmachen, die Überlebenschancen bei etwa 80 Prozent liegen, sind sie in den ‚Low and Middle Income Countries‘ bei maximal 20 Prozent. In vielen außer-europäischen Ländern kommt Krebs immer noch einem Todesurteil gleich. „Ein großes Problem sind auch die Fake-Medikamente. Wenn ich einem Kind ein Chemotherapeutikum gebe, weiß ich nicht, ob es sich wirklich um ein Medikament handelt. Aber welche andere Chance habe ich?“, erklärt ein Kinderonkologe aus dem Irak. Doch auch innerhalb Europas sind die Versorgungsqualität und Heilungsraten sehr unterschiedlich.

Deutschland gehört zu den privilegierten Ländern mit 60 onkologischen Behandlungs-zentren, die im Rahmen der GPOH (Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie) zusammenarbeiten. Es handelt sich um ein Netzwerk von Ärzten, Wissenschaftlern, Pflegenden, Psychologen und psychosozialen Fachkräften, die gemeinsam an der Forschung, Diagnose, Behandlung und Nachsorge arbeiten.

Zur bestmöglichen medizinischen und psychosozialen Versorgung tragen auch die regionalen Fördervereine und Elterninitiativen bei. Sie finanzieren zusätzliches Personal in den Kinderkrebsstationen und Elternwohnungen, unterstützen bedürftige Familien, ermöglichen Auszeiten zum Kräftetanken, bieten Informationen und Beratung und erteilen Forschungsgelder. „Wir sehen es als unsere Verantwortung, mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln die Forschung voranzubringen. Ziel ist, die Heilungschancen weiter zu verbessern, aber auch die Lebensqualität der Patienten und ihrer Familien zu erhöhen“, sagt Hans Kiel, Vorsitzender der Initiative krebskranke Kinder München e.V., die im vergangenen Jahr 35 Jahre alt geworden ist. Mit einer eigenen psychosozialen Nachsorge-Einrichtung, die deutschlandweit Modellcharakter hat, hilft der Verein nicht nur in der Akutphase, sondern auch in den Jahren nach der Therapie auf dem Weg in einen neuen Alltag.

Der Internationale Kinderkrebstag wurde 2001 von CCI (Childhood Cancer International) ausgerufen, dem weltweiten Netzwerk von Eltern mit krebskranken Kindern. Ziel ist, die Gesellschaft für das Thema zu sensibilisieren und sich für die Versorgung in benachteiligten Ländern einzusetzen.

Die ganze Pressemeldung als PDF zum Download: Kinderkrebs-Weltgedenktag

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