Kinderbericht

Theresa

Krebskranke Kinder

Kindergartenbriefe

Brief1Hallo Ihr Lieben Schmetterlinge und natürlich alle Kindergärtnerinnen!
Meine Mama und ich, Teresa schreiben Euch einen Brief und ihr könnt ihn im Kindergarten lesen. Erstmal danke, für eure tollen Bilder und Geschenke die ich von euch bekommen habe. Hier ist ein Bild von mir im Krankenhaus in München. Dort mußte ich vor Weihnachten ganz lange bleiben. Man muß auch im Krankenhaus waschen und dass mache ich gerade, mit Waschlappen und Wasser in der Schüssel neben mir. Könnt Ihr Sie sehen? Hinten an der Wand habe ich alle Briefe und Karten die ich bekommen habe aufgeklebt und ich kann Sie immer anschauen. Auch Eure. Aber jetzt bin ich zu Hause bei meinen Geschwistern und bei Mama und Papa. Hier spiele ich ganz oft und alles ist wie immer. Nur ein paar Tabletten muß ich nehmen. Mittwochs fahre ich mit einem Taxi ins Krankenhaus nach München. Wenn ihr in den Kindergarten geht fahre ich los und nachmittags, wenn ihr nach Hause geht fahre ich wieder heim. Im Krankenhaus bekomme ich jedesmal Chemomännchen. Wer das ist, wollt ihr wissen? Das schreibe und male ich beim nächsten Mal.
Viele Grüße
Teresa

Brief2Hallo liebe Schmetterlinge und Alle, die meinen Brief lesen!
Ich hoffe euch hat mein letzter Brief gefallen? Heute erzähle ich euch, wer die Chemomännchen sind und was sie tun…
Als ich im Herbst, dass erste mal untersucht wurde fanden die Ärzte einen dicken Knödel bei mir im Bauch. Dieser besteht aus lauter kleinen bösen Krebszellen. Die schauen etwa so aus:
Der Knödl mußte weg, darum wurde ich operiert. Da schläft man ganz lange und die Operierer (Chirurgen) schneiden den Bauch auf, nehmen den Knödl heraus und nähen dann wieder zu.
Das tut gar nicht weh, weil man schläft und mein dicker Bauch ist jetzt wieder klein und ganz normal, wie bei allen anderen Kindern.
Am Anfang hatte ich auf meinen Bauch ein riesiges Pflaster, aber jetzt sieht man nur noch einen kleinen Strich.

Brief 3Doch so kleine Brösel mit Krebszellen sind noch in meinen Bauch. Diese sind so klein, dass man sie nicht sehen kann. Weil auch meine Ärzte sie nicht alle sehen können brauchen sie Hilfe, von kleinen Männchen. Dass sind die sogenannten Chemomännchen. Die helfen in meinen Körper mit, die klitzekleinen Krebszellen zubekämpfen, damit ich bald wieder ganz gesund bin. Die Chemomännchen wohnen in einer kleinen Spritze im Krankenhaus.
Jeden Mittwoch, wenn ich mit dem Taxi ins Krankenhaus fahre, dann bekomme ich eine Spritze mit vielen kleinen Chemomännchen, die alle helfen wollen. Sie flitzen sofort raus aus der Spritze und suchen die bösen Krebszellen in meinen Bauch. Da sie viel Hunger haben fressen sie alle auf, die sie finden können. Sie suchen und essen den ganzen Tag. Sie machen fast keine Pause und wenn sie keine mehr fressen können, weil sie so satt sind dann verschwinden sie. Keiner weiß wohin, sie fliegen einfach davon.
Wenn ihr Lust habt, dann malt doch mal ein paar Chemomännchen für mich! Wichtig ist, dass ihr ihnen Brillen dazu malt, denn wenn sie lange suchen sehen sie nicht mehr so gut. Aber das erzähle ich im nächsten Brief.
Darf ich euch wieder einen Brief schreiben?

Brief 4Brief 4
Meine Chemomännchen waren schon öfters sehr wild und da haben Sie ihre Brillen verloren. Sie haben da meine Haarzellen mitgegessen, deshalb sind meine Haare alle weg. Ich habe sie alle in eine Schachtel getan und ich behalte sie.
Doch wenn ich keine Chemomännchen mehr vom Doktor bekomme, dann wachsen viele kleine Haare wieder nach und im Herbst, wenn das neue Kindergartenjahr angeht, dann sind meine Haare schon wieder etwas lang.
Ohne Haare ist es im Winter sehr kalt am Kopf, deshalb habe ich ganz viele Mützen. Immer sollte ich eine aufhaben, allerdings ist das wie bei den Hausschuhen, man sollte sie immer anziehen, aber irgendwie klappt das nicht immer. Wollt ihr meine Mützen mal sehen???
Ich wünsche euch viel Spaß beim Schnee spielen.
Bis bald Eure Teresa

Brief 5Liebe Theresa !
Vielen Dank für die Briefe die Du uns geschickt hast.
Du wartest bestimmt schon auf eine Antwort von uns -stimmt's?
Durch die lustigen Bilder die deine Mama dazu gemalt hat haben wir deine Krankheit viel besser verstanden. Wir haben deine Briefe sehr aufmerksam gelesen und die Geschichte von den Chemomännchen sehr interessiert verfolgt. Jetzt wissen wir was in deinem Bauch alles passiert. Besonders freuen wir uns darüber, daß es dir viel besser geht und du zu Hause bei deiner Familie bist. Wir haben es auch geschafft dir einige Chemomännchen zu malen. Deine Mützen haben wir bewundert - die schaun ja richtig lustig aus. Als Prinzessin gefällst du uns besonders gut. Du möchtest bestimmt auch wissen was bei uns alles so los ist. Felix war 4 Wochen in Südafrika im Urlaub er hat uns eine Karte geschrieben, die wir dir schenken . Felix hat für jedes Kind einen Edelstein mitgebracht auch für dich hat er einen ausgesucht - schau mal in die Tüte rein. Letzte Woche war der Fotograph bei uns im Kindergarten . Er hat uns alle fotografiert und auch von unserer Gruppe ein Foto gemacht. Er hat für alle Kinder ganz lustige Namen ausgesucht. Zu Leonie hat er Pippi Langstrumpf gesagt. Sebastian war der kleine Professor. So hat das fotografieren sehr viel Spaß gemacht. Wenn wir es bekommen, dann schicken wir dir eins. Wir spazieren immer noch zu unserem Baum und beobachten was sich verändert. Inzwischen hat er keine Blätter mehr, ist ja auch klar es ist ja Winter !

Brief 6Wir waren in einem kleinen Wäldchen neben dem Kindergarten und haben uns umgeschaut was man da alles entdecken kann. Wir haben einen Fuchsbau gefunden, sind auf Stämmen balanciert und haben viele dicke Äste in den Kindergarten zum spielen mitgenommen. Weil uns das so gut gefallen hat, haben wir zu uns in die Gruppe einen Förster eingeladen. Er hat uns über seine Arbeit im Wald viel erzählt. Semeinsam sind wir dann in den Wald gegangen und haben da einen Tag verbracht Wir haben uns ein großes Nest gebaut und darin Brotzeit gemacht. Dann haben wir den Wald erforscht. Wir haben erfahren das der Eichenbaum den wir immer besuchen ungefähr 90 Jahre alt ist, das es Käfer gibt die Bäume kaputt machen und was ein Baum alles braucht damit er gut wachsen kann.
So liebe Theresa , wir wünschen dir das du weiter tapfer bist und das die Chemomännchen weiter ganz fleißig sind, damit du bald ganz gesund bist und uns vielleicht mal besuchen kannst im Kindergarten. Und was bei uns alles noch so los ist im Kindergarten erfährst du in unserem nächsten Brief. Über Post von dir freuen wir uns immer.
Bis bald Deine Schmetterlinge !

Brief 7Hallo liebe Schmetterlinge und Kindergärtnerinnen!
Habt ihr schon Zeit gehabt zum Chemomännchen malen?
Meine Chemomännchen laufen diese Woche wieder ganz schnell, um alle bösen Krebszellen zu fressen. Sie laufen, hüpfen und toben, wie im Kindergarten, wenn alle draußen am Spielplatz sind. Sie rennen so schnell Hin und Her um die kleinen Krebszellen zu finden, dass sie manchmal zusammenstoßen oder hinfallen.
Manchmal fällt ihnen dann die Brille von der Nase und sie sehen nichts mehr. In meinen Bauch ist es auch nicht gerade hell, oder haben wir Kinder Lampen im Bauch???? So passiert es manchmal, dass sie nicht nur die bösen Krebszellen zusammenfressen, sondern auch mal ,aus Versehen, andere gute Zellen erwischen.
Es gibt ganz viel verschiedene Zellen in meinen und auch in Euren Welche Zelle könnte dass sein?
Bauch: Blutzellen, Haarzellen, Bauchzellen, Körperzellen,....

Brief 8Hallo liebe Schmetterlinge
Ich habe jetzt Chemo Pause. Deshalb habe ich am Donnerstag, wenn bei euch Fasching ist, Zeit, um euch zu besuchen.
Aber ich muß trotzdem auf meine Männchen aufpassen, dass sie nicht krank werden, denn da können sie ja nicht suchen und kämpfen. Also darf ich keinen Schnupfen oder Husten oder Windpocken oder Grippe bekommen, denn da geht es ihnen dann auch sehr schlecht.
Damit ich und die Chemomännchen nicht krank werde, muß ich immer wenn ich aus den Haus gehe einen Mundschutz anziehen. Der ist mit Mickey Maus.
Viele kleine Viren, die krank machen fliegen in der Luft herum, wenn ich sie einatme, dann kann ich Schnupfen, Husten oder so was bekommen. Auch meine Chemomännchen haben dann Schnupfen und können nicht mehr Arbeiten und das ist nicht so gut, weil es dann länger dauert bis ich wieder ganz gesund bin.
Damit sie lange kämpfen können, muß ich viel trinken und viele gesunde Sachen essen, damit sie stark sind. Auch die Tabletten helfen mit, damit alle Bösen in meinen Bauch gefressen werden.
Und das allerwichtigste ist, dass ich viel Spaß habe, denn wenn es mir gut gehr geht es meinen Chemomännchen auch gut.
Ich freu mich schon sehr auf unseren Fasching im Kindergarten.
Teresa

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