Bericht zum Gedenkgottesdienst am 5. April 2025 in der Evangelischen Sophienkirche, München-Riem
Am 5. April 2025 fand in der Evangelischen Sophienkirche in München-Riem ein besonders berührender Gedenkgottesdienst unter dem Thema „Yin & Yang – Schatten und Licht im Leben“ statt. Dieser Gottesdienst bot einen sicheren Raum für Familien, deren Herzen von Trauer durch den Verlust eines geliebten Menschen gezeichnet sind – ein Raum, um gemeinsam zu erinnern, zu trauern und sich gegenseitig Trost zu spenden.
Der Gottesdienst begann mit sanften Klängen von Susanne R. am Klavier, die die Anwesenden in eine Atmosphäre der Stille und des Innehaltens führten. Pfarrerin Nicola Neitzel eröffnete den Gottesdienst mit einer herzlichen Begrüßung und entzündete eine Regenbogenkerze, die das Symbol für das Leben und den Glanz der Erinnerungen an die verstorbenen Kinder und Angehörigen darstellte.
Das Thema „Yin und Yang“ zog sich wie ein roter Faden durch den Gottesdienst. Walter P., der den Verlust seines eigenen Kindes betrauert, sprach über die Zwiespältigkeit der Gefühle, die Trauernde erleben – das ständige Hin und Her zwischen Licht und Dunkelheit, zwischen Hoffnung und Verzweiflung. „Schatten und Licht – sie gehören zusammen“, sagte er. „Das Dunkel kann nicht die Herrschaft übernehmen, weil es immer auch Momente des Lichts gibt, die uns durch die Dunkelheit tragen.“ Es waren seine Worte, die tief in den Herzen der Anwesenden nachklangen, die allesamt eine ähnliche Reise der Trauer und des Abschieds durchlebt haben.
Die persönlichen Erinnerungen, die im Anschluss geteilt wurden, waren ebenso bewegend wie die Worte von Walter Pawlik. Jedes Erinnern war ein Akt der Liebe, des Haltens und Bewahrens. Die Eltern und Angehörigen erzählten von den Momenten, die sie mit ihren geliebten Kindern erleben durften – von den Lachen und den Umarmungen, von den schwierigen Zeiten im Krankenhaus und den gemeinsamen, stillen Momenten. Ihre Worte schufen eine Atmosphäre der Nähe und Verbundenheit. Es war, als ob die Kinder in diesen Erinnerungen weiterlebten, in den Herzen der Eltern und in den Gedanken derer, die sich von ihrer Seite verabschieden mussten.
Besonders bewegend war die symbolische Handlung, bei der die Anwesenden Erinnerungsarmbänder aus Perlen und Bändern gestalteten. Jede Perle stand für eine Erinnerung, ein besonderes Gefühl, einen Augenblick des Lichts, der auch in der Dunkelheit nicht verloren gehen sollte. Die Bänder wurden liebevoll aufgefädelt, während die Musik der Harfe von Cäcilia K. und das sanfte Klavierspiel von Susanne R. den Raum erfüllten. Dieser Moment der Stille und des gemeinsamen Schaffens verband die Trauernden auf eine tiefere Weise, die Worte allein nicht ausdrücken konnten.
Die Fürbitten, die nach diesem gemeinsamen Schaffen gesprochen wurden, gaben den Trauernden Raum, ihre Wünsche und Hoffnungen für sich und ihre Familien auszusprechen. In der Stille der Gebete und im „Vater unser“ fanden die Anwesenden Trost – nicht nur durch die Worte, sondern auch durch das stille Miteinander.
Der Gottesdienst endete mit einem Segen der Trauernden, der in die Herzen der Anwesenden drang und den Weg durch den Alltag mit all seiner Trauer und den schweren Momenten des Abschieds begleitete. „Gesegnet seien die, die mir zuhören, auch wenn das, was ich zu sagen habe, schwer zu ertragen ist“, hieß es in den Worten des Segens, die in diesem Moment wie eine sanfte Umarmung für alle da waren.
Mit diesen tröstenden Gedanken und einem warmen Gefühl der Verbundenheit wurden die Teilnehmer eingeladen, den Tag mit einem gemeinsamen Essen fortzusetzen. Im Restaurant Ciao Bella in den Riem-Arcaden fanden die Familien und Freunde zusammen, um weiterhin zu gedenken und ihre Erinnerungen zu teilen – um einander in ihrer Trauer nicht nur Raum zu geben, sondern auch Trost und Hoffnung zu finden.
Dieser Gedenkgottesdienst war ein eindrucksvolles Zeichen der Erinnerung und des Trostes. Inmitten der Trauer gab es Augenblicke des Lichts, die den Menschen halfen, die Dunkelheit ein Stück weit zu ertragen und zu wissen, dass sie nicht allein sind – dass die Liebe zu den Verstorbenen immer weiterlebt, in den Herzen der Trauernden und in den Erinnerungen, die sie bewahren.
